
Staffel „Wie man 250K im Jahr macht“ · Folge 1
Warum 250K im Jahr
Warum ausgerechnet 250.000 Euro im Jahr, und was müssen sie bezahlen? · 3. November 2026
Die Zahlen hier sind grob. Sie gelten für Deutschland im Jahr 2026 und für einen bestimmten Fall: eine Person mit einer GmbH und einer Holding darüber, verheiratet, privat krankenversichert, mit so viel KI und Automatisierung wie möglich. Ich bin kein Steuerberater. Bevor du irgendwas auf diese Zahlen baust, setz dich also mit einem zusammen.
01
Zwanzigtausend im Monat
250.000 Euro im Jahr sind gut 20.800 Euro im Monat. Wenn ich die Zahl ausspreche, runde ich auf 20.000 ab, weil das die Zahl ist, bei der Leute kurz schlucken. Vielleicht hast du das gerade auch.
Festgelegt habe ich das Ziel 2018 in meinem ersten Business-Coaching, im Jahr meiner Gründung. Damals war es ein Ziel, und wenn du gerade als Freelancer anfängst, ist es für dich auch eins: Dein erstes Jahr bringt 250K sehr wahrscheinlich nicht. Heute, Stand November 2026, liegt mein Umsatz bei etwa 250.000 Euro, und je nach Jahr sind davon 40 bis 60 Prozent noch verkaufte Zeit.
Warum also eine Zahl anpeilen, die du im ersten Jahr nicht schaffst? Weil sie dir sagt, was du bauen musst. Deshalb geht es in dieser ganzen Staffel um 250K, nicht um 100K und nicht um eine Million. Warum, rechne ich dir hier Zeile für Zeile vor, mit der Tabelle, mit der ich selbst arbeite, aber vorher lohnt sich ein Blick auf den anderen Weg zu 20.000 im Monat.
02
Der Weg als Angestellter
Als Angestellter kommen die meisten nie auf 20.000 Euro im Monat. 2024 begann das oberste Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland bei gut 213.000 Euro brutto im Jahr (Destatis, April 2025), und 20.000 im Monat sind rund 240.000. Weniger als 1 von 100 kommt dahin.
Es gibt Jobs, die das zahlen. Gerade vor 50 heißt das aber meistens lange Tage, die Strukturen eines großen Konzerns und die Politik, die dazugehört. Daran ist nichts schlecht, und viele entscheiden sich bewusst dafür und fahren gut damit.
Was du auf diesem Weg abgibst, ist das letzte Wort über deine eigenen Entscheidungen. Denk an deinen Kalender, deine Projekte, das Jahr, in dem du mal kürzertreten willst: Bei allem redet jemand über dir mit. Mir geht es in dieser Staffel um genau dieses letzte Wort, weil ich über meine Entscheidungen selbst bestimmen will, und das Geld macht das möglich.
Damit ändert sich die Frage. Sie heißt nicht mehr „Schaffe ich 20.000 im Monat?“, sondern „Was müssen 20.000 im Monat bezahlen, wenn ich selbst entscheide?“
03
Was 250K bezahlen
Erst die Seite des Business, pro Jahr, für eine Person ohne Angestellte, mit ein paar Freelancern, wo es nötig ist.
| Business, pro Jahr | Euro |
|---|---|
| Umsatz | 250.000 |
| Mein Gehalt, 10.000 brutto im Monat, plus Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung | −125.000 |
| Leasingauto | −9.000 |
| Laptop (100 im Monat) und Handy (100 im Monat), beides geleast, plus Versicherung | −2.700 |
| Steuerberater, Buchhaltung mit KI | −4.000 |
| Software und KI | −5.000 |
| Versicherungen, IHK, Bank, Dienstreisen | −5.000 |
| Gewinn | ≈ 99.000 |
| Körperschaft- und Gewerbesteuer, etwa 30 % | −30.000 |
| Bleibt in der Firma | ≈ 69.000 |
| An die Holding, 10 % vom Umsatz, jedes Jahr, für Rente und Investitionen | −25.000 |
| Freier Puffer | ≈ 44.000 |
Wenn du dir nur eine Zeile genauer ansiehst, dann die Steuer. Das deutsche Steuersystem zu verstehen, war für mich einer der größten Hebel, und ich behaupte bis heute nicht, dass ich es ganz verstehe. Früh habe ich für einen Workshop an einem Wochenende rund 10.000 Euro bezahlt, um zu verstehen, wie es funktioniert, und nicht nur, wie man Steuern zahlt. Ich wollte nicht derjenige sein, der seinem Steuerberater einfach sagt: „Mach meine Buchhaltung, das war's.“ In Steuerstrukturen steckt viel Architektur.
Um jeden Preis Steuern vermeiden will ich dabei nicht. Steuern zahlen muss jeder, und das ist auch richtig so. Ich würde mein Business nie ins Ausland verlegen, und in Deutschland keine Steuern zu zahlen, war nie der Plan. Der Plan war mehr Geld zum Investieren. Klug genutzt lässt dir das deutsche System genau das, und investiertes Geld hilft auch der Wirtschaft. Zum Vergleich: Vom oberen Teil eines hohen Gehalts gehen rund 44 Prozent an Einkommensteuer und Soli.
Dann die private Seite, pro Monat.
| Privat, pro Monat | Euro |
|---|---|
| Netto aus 10.000 brutto (verheiratet) | ≈ 7.700 |
| Miete | −2.500 |
| Essen, Freizeit, Reisen | −2.500 |
| Versicherungen inkl. Krankenversicherung, Schule, sonstige Fixkosten | −2.500 |
| Bleibt | ≈ 200 |
Reisen stecken in der zweiten Zeile, 10.000 bis 15.000 Euro im Jahr. Bei uns heißt das vor allem ein Sommer: sechs Wochen Italien mit dem Auto, die ganze Familie, Airbnb-Häuser, ohne Luxus, etwa 10.000 Euro.
Schau dir an, was diese Tabelle bezahlt. Eine Familie, für die gesorgt ist, Urlaub, ein Auto, eine Schule, und keiner arbeitet sich kaputt, damit das alles läuft: Das ist ein gutes Alltagsleben. Luxus ist es nicht, und das muss es auch nicht sein.
Auf dem Papier ist die private Seite knapp, im Monat bleiben rund 200 Euro. Luft zum Atmen hast du eine Ebene höher, in der Firma. Das sind die 44.000.
04
Das schlechte Jahr
Stell dir vor, es kommt noch mal so etwas wie Corona und alles macht zu.
Beim letzten Mal war der härteste Treffer für mich keine Zahl, sondern der Fokus. Mit drei Kindern zu Hause war es furchtbar, mich auf das Business zu konzentrieren. Daran habe ich gelernt, was ein schlechtes Jahr wirklich heißen kann: weniger Umsatz und dazu Zeit, die plötzlich nicht mehr dir gehört. Es hat mich auch daran erinnert, warum Fokus eine Superkraft ist.
Also habe ich dieselben Kosten gegen kleinere Jahre gerechnet. Grob überschlagen, geändert hat sich nur der Umsatz:
| Umsatz | Nach Steuern | An die Holding | Frei |
|---|---|---|---|
| 250.000 | ≈ 69.000 | 25.000 | ≈ 44.000 |
| 200.000 | ≈ 35.000 | 25.000 | ≈ 10.000 |
| 175.000 | ≈ 17.000 | ≈ 17.000 | 0 |
| 150.000 | 0 | 0 | 0 |
Schau dir zuerst die Zeile mit 200.000 an. Ein Jahr, in dem 50.000 Euro fehlen, zahlt immer noch mein Gehalt, legt immer noch die vollen 25.000 in die Holding und lässt sogar noch etwas übrig. Der freie Puffer ist um die 175.000 aufgebraucht. Bei 150.000 bekomme ich mein Gehalt, und für die Rente geht nichts mehr weg.
Das kauft dir der Puffer: Ein schlechtes Jahr bleibt ein schlechtes Jahr. Es wird nicht zu dem Jahr, in dem du jeden Kunden nimmst, der anruft, aufhörst, für später einzuzahlen, oder dir einen Job suchst.
Und es geht auch andersherum. In einem Jahr, in dem ich mehr Zeit habe, kann ich mit dem Puffer wählen: wachsen, mehr investieren, etwas ausprobieren wie Bitcoin oder mir ein bisschen mehr gönnen. Ohne Kinder ist dein Puffer noch größer. Meiner sind 44.000 Euro Wahlfreiheit.
05
Warum nicht 150, 200 oder 300
Jede Stufe kauft dir etwas anderes.
| Ziel | Was du dafür bekommst |
|---|---|
| 150K | Dein Gehalt. Keine Rente. |
| 200K | Eine Rente, bis das erste schlechte Jahr sie auffrisst. |
| 250K | Familie, Zukunft, ein schlechtes Jahr und eine Wahl. |
| 300K | Platz für die erste Einstellung. Zum guten Leben brauchst du ihn nicht. |
250K ist die höchste Zahl, die ich noch selbst stemmen kann, mit ein paar Freelancern um mich herum, KI für Buchhaltung und Routine und ohne Angestellte. Darüber ist der nächste sinnvolle Schritt meistens eine Einstellung. Mit ihr kommen Lohnabrechnung, Führung und die Verantwortung für das Einkommen eines anderen Menschen. Das ist alles in Ordnung, nur eben ein anderes Business als das, das ich will.
Unter 250K hast du das umgekehrte Problem: Schon das erste schlechte Jahr greift ans Rentengeld.
06
Was eine Stunde bringen muss
Den einen Stundensatz gibt es nicht. Du hast Projekte, und je besser du wirst, desto mehr zahlen sie. Wenn du als Freelancer anfängst und direkt zu Kunden gehst, kannst du wahrscheinlich etwa 50 bis 60 Euro pro Stunde nehmen, und auf Upwork musst du wahrscheinlich ein bisschen verhandeln.
Da liegt es nahe, sich eine Zahl auszusuchen, so etwas wie „Ich will 80 Euro die Stunde“. Das machen 80 Euro mit deinem Jahr:
| Rechnung | Ergebnis |
|---|---|
| Vollzeit, 44 Wochen × 40 Stunden | etwa 1.760 Stunden im Jahr |
| × 80 Euro | ≈ 141.000 |
Das ist ungefähr die Hälfte vom Ziel, und dafür arbeitest du jeden Arbeitstag den ganzen Tag. Die vollen 250.000 nur aus Stunden wären rund 1.600 abgerechnete Stunden zu 156 Euro, also das Jahr eines Beraters. Dieses Leben will ich nicht mehr.
Jetzt andersherum. Sagen wir, du willst 4 Stunden am Tag arbeiten, 5 Tage die Woche, und trotzdem 20.000 im Monat verdienen.
| Rechnung | Ergebnis |
|---|---|
| 4 Stunden × 5 Tage | 20 Stunden pro Woche |
| 52 Wochen minus 6 Wochen Urlaub, minus 2 Wochen für Feiertage und Krankheit | 44 Wochen |
| 20 Stunden × 44 Wochen | 880 Stunden im Jahr |
| 250.000 ÷ 880 Stunden | ≈ 285 Euro pro Stunde |
Dazu kommt, dass nicht jede Stunde abrechenbar ist, weil Vertrieb und Verwaltung auch Zeit kosten. Wenn 3 deiner 4 Stunden an Kunden gehen, bleiben 660 abrechenbare Stunden, und jede muss rund 380 Euro bringen.
20.000 im Monat nur über Stunden heißt also etwa 300 Euro pro Stunde. Richtig gute Anwälte nehmen um die 300 bis 400. Unmöglich ist das nicht, aber es ist der Punkt, an dem du irgendwann umsteigen musst, weg vom Stundenverkauf und hin zu digitalen Assets. So könnte sich die Mischung mit der Zeit verschieben, mit Beispielzahlen, die die Form zeigen und nicht meine eigenen sind.
| Etappe | Freelance | Digitale Assets | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Aufbau: Kundenarbeit in Vollzeit, in den ersten Jahren von 60 auf 80 pro Stunde | ≈ 106.000 bis 141.000 | 0 | ≈ 106.000 bis 141.000 |
| Umbau: Kundenarbeit plus die ersten Assets | 130.000 | 70.000 | 200.000 |
| Ziel: 20 Stunden pro Woche, 660 abrechenbare Stunden zu etwa 150 | 100.000 | 150.000 | 250.000 |
In der Ziel-Etappe arbeitest du halb so viele Stunden wie beim Aufbau und verdienst ungefähr das Doppelte.
Bleiben die Jahre im Aufbau, in denen dein Satz weit weg von 300 ist. Ich sehe Freelancing in diesen Jahren als bezahltes Lernen: Jemand gibt dir Geld dafür, dass du lernst. Die 300 bis 400 pro Stunde, die dein Ziel braucht, zahlt dir für etwas, das du gerade erst lernst, noch keiner. Das ist in Ordnung, denn sie bezahlen dich ja genau fürs Lernen.
Am Anfang hatte ich Projekte, die nur 150 bis 200 Euro gebracht haben, und ich habe jeweils 10 oder 20 Stunden reingesteckt. Diese Stunden hat der Kunde nicht bezahlt. Ich habe es trotzdem gemacht, weil es eine schöne Herausforderung war und ich etwas lernen konnte.
Ein Kunde hatte drei Tools im Einsatz, die vorher noch nie miteinander verbunden waren, und die Daten kamen von einem Tool im nächsten nicht richtig an. Also musste ich lernen, wie das funktioniert, und über solche Projekte habe ich am Anfang mein Upwork-Profil verstanden.
Wie daraus eine Nische wurde, erzähle ich in der Folge „Die eigene Nische finden“. Die kurze Version: Meine Nische war die Mischung aus Technik und Marketing, und auf Upwork hat mich das unterschieden. Tracking- und Martech-Probleme liegen zwischen Marketing und Technik, und ich konnte auf beiden Seiten stehen.
07
Wie du dahin kommst
20.000 im Monat gehen auch ohne Anstellung, und mein Weg dahin hat drei Etappen. In der ersten baust du ein Freelance-Business auf und verkaufst, was du kannst, an Kunden, pro Projekt oder pro Monat. In der zweiten steckst du einen Teil des Geldes in digitale Assets. Bei mir ist das vor allem intellixOne, eine Marketing-Software, die es seit dem Frühjahr 2024 im Code gibt. In der dritten kippt die Zusammensetzung: Vielleicht bleiben ein paar Freelance-Jobs, aber der Großteil des Geldes kommt aus den Assets.
Wie sieht Etappe 3 in Zahlen aus? 250.000 Euro ohne Stunden sind zum Beispiel 21 Kunden, die 1.000 Euro im Monat zahlen, oder 10 Kunden zu 2.000. Das ist das Einkommen des Beraters, nur ohne seine 1.600 Stunden. Für diese zweite Rechnung baue ich intellixOne: eine Monatsgebühr pro Dienst, keine Stunden. Wie das als Produkt aussieht, siehst du auf intellix.one, und wenn du KI im Marketing lieber selbst lernen willst, fang bei versipellix.de an.
Aus dem Puffer in Kapitel 3 bekommt Etappe 2 ihr Geld, und deshalb hilft dir die Tabelle auch in einem Jahr, in dem du weit weg von 250K bist. Sie zeigt dir, wie groß der Puffer sein muss, bevor du neben der Kundenarbeit irgendetwas aufbauen kannst.
Und wo stehe ich selbst? Stand November 2026 sind je nach Jahr 40 bis 60 Prozent meines Umsatzes noch verkaufte Zeit, und einen belegten Rückfluss aus intellixOne an meine Zeit gibt es noch nicht. Ich bin also mitten in Etappe 2, auf einer Brücke: Heute bezahlen die verkauften Stunden den Bau des Einkommens ohne Stunden.
Deadlines gibt es auch auf der anderen Seite der Brücke, weil Produkte Kunden, Ausfälle und Kündigungen haben, und die setzen ebenfalls Fristen. Was sich ändert, ist, wer sie setzt, und diesen Teil will ich für mich.
08
Diese Woche
Nimm die private Tabelle aus Kapitel 3 und trag deine eigenen Zahlen ein: erst die Miete, dann Essen, Freizeit und Reisen, dann Versicherungen, Schule und Fixkosten. Zähl sie zusammen und nimm sie mal zwölf. Das ist der Boden, den dein Business im Jahr tragen muss, bevor ein einziger Euro in deine Zukunft geht, also schreib ihn neben meine 7.500.
09
Die offene Frage
Ich weiß noch nicht, wie viele Jahre es von Etappe 1 bis Etappe 3 dauert. Bei der Zahl bin ich aber schon. Mein Umsatz liegt bei rund 250K, auch wenn noch ein großer Teil davon aus verkauften Stunden kommt, und ein starkes Argument für 250K heißt nicht, dass ich dabei bleibe, wenn ich da bin.
Deshalb stellt diese Staffel neben dem Weg dahin noch eine zweite Frage, und die gilt mir: Mache ich jetzt mehr? Oder bleibe ich hier und stecke meine Energie in etwas anderes? Jede Folge bringt dich dieser Entscheidung einen Schritt näher, treffen werde ich sie aber erst in der letzten.
Weiter in dieser Staffel: „Freelancer oder Angestellter“. Warum der Preis meiner Stunde weniger zählt als die Frage, wie viele davon ich verkaufe.