Staffel „Wie man 250K im Jahr macht“ · Folge 4

Minimalismus im Business

Was hat ein Urlaubsfoto mit der Größe meines Business zu tun? · 3. November 2026

Nimm die Fotos aus einem Urlaub: sagen wir 1.500 Bilder, und niemand sieht sie je durch. Mit dem Handy machen wir so viele davon. Wieder sehen wir sie erst, wenn Google eine Erinnerung von vor einem Jahr oder vor sieben Jahren schickt. Das ist mein liebstes Beispiel für das, was mir Minimalismus beigebracht hat, und am Ende hat es verändert, wie groß mein Business sein soll.

01

Das eine Bild

Vom Minimalismus habe ich gelernt: Meistens brauchst du ein Bild, nämlich das, das die Erinnerung anmacht und bei dem du sagst: „Wow, war das schön.“ Für die Erinnerung zählt, das Gefühl wieder zu wecken, nicht, viel zu haben, und daher kommt die Frage, die ich mir bis heute stelle: Brauche ich das wirklich für meine Erinnerung?

Angefangen hat es vor sechs, sieben Jahren, etwa 2019/2020, und abgeschlossen ist es nicht. Bin ich darin perfekt? Nein. Für mich ging es beim Minimalismus vor allem um eine Einsicht: Mehr Dinge geben dir nicht mehr Wert.

Du kannst das an deinem eigenen Handy prüfen. Such deinen letzten Urlaub und zähl, wie viele dieser Bilder du mehr als einmal geöffnet hast.

02

Eine Milliarde gegen eine Million

Dieselbe Frage hat mein Ziel im Business verändert. Lange wollte ich ein großes Business aufbauen, ein Start-up. Dann kam der Minimalismus, und ich konnte mir nicht mehr vorstellen, was mir eine Firma, die eine Milliarde wert ist, mehr geben sollte als eine, die eine Million wert ist. Es gibt einfach nicht so viele Dinge, die wirklich Freude und Spaß machen.

Die, die mir Freude machen, kosten keine Millionen. Jeden Tag ins Gym, ein Spaziergang mit den Kindern, sechs Wochen Italien im Sommer: Dafür brauchst du kein Business im Hintergrund, das Millionen über Millionen macht. Selbst ein richtig hochklassiges Gym, in dem du rund 500 Euro im Monat zahlst und jeden Tag zwei Stunden trainieren kannst, gibt dir unglaublich viel und kostet nur einen Bruchteil davon.

Wenn du also dein eigenes Business planst, stell deinem Umsatzziel die Fotofrage. Welcher Teil davon bezahlt das eine Bild, und welcher Teil sind die anderen 1.499?

03

Business in einem normalen Leben

Ein Milliarden-Business ist nicht mehr mein Ziel, nicht einmal ein Millionen-Business. Ich will das Geldverdienen in mein normales Leben einbauen, sodass es sich nicht mehr nach Hustle anfühlt und mir trotzdem die Dinge gibt, die ich machen will. Der Minimalismus hat mir beigebracht, mich auf das zu konzentrieren, was mir wirklich Wert gibt.

Deshalb sind die sechs Wochen Italien bei mir auch eine Workation. Ich lese dort meine E-Mails, und das stört mich nicht mehr.

Eine Regel für dich ist das alles nicht. Wenn jemand Milliarden zu seinem Ziel macht, ist das völlig in Ordnung, denn Entscheidungsfreiheit heißt auch, dass andere anders entscheiden.

04

Diese Woche

Öffne die Fotos von deinem letzten Urlaub und such das eine Bild, das die Erinnerung anmacht. Dann nimm eine Zeile deiner monatlichen Kosten und stell ihr dieselbe Frage: Holt sie das Gefühl zurück, oder ist sie Bild Nummer 1.500? Ich selbst bin damit nicht fertig.

05

Die offene Frage

Zwischen einer Milliarde und einer Million hat der Minimalismus für mich entschieden. Zwischen 250K und mehr hat er es noch nicht. Der Abstand ist dort viel kleiner, und ich kann dir noch nicht sagen, auf welcher Seite die Frage nach dem einen Bild landet.

Weiter in dieser Staffel: „Warum ich kein Start-up gründe“. Warum ich in Start-ups schneller gelernt habe als irgendwo sonst und trotzdem nie eins mit fremdem Geld gebaut habe.

Nächste Folge: 05 Warum ich kein Start-up gründe

Vorherige: 03 Die eigene Nische finden