Kann KI ein typisches CMS ersetzen?
Für eine kleine Website kann ein KI-Assistent die Arbeit übernehmen, die sonst ein Content-Management-System macht.
Statt eines Content-Management-Systems lasse ich einen KI-Assistenten die Seiten direkt anlegen, bearbeiten und veröffentlichen — der Inhalt liegt in einfachen Dateien, und ich bitte in Klartext um Änderungen. Die Frage ist, ob das gegen das alltägliche CMS besteht oder nur ordentlich aussieht, bis die erste sperrige Änderung kommt.
Gerade
In Prüfung. Läuft gerade — der vollständige Bericht folgt, sobald sie abgeschlossen ist.
Die Erkenntnisse
Der ganze Bericht, offen: was es kostete, was schiefging, Schritt für Schritt — und was ich anders machen würde.
Überblick
Dieses Experiment stellt eine schlichte Frage: Kann für eine kleine Website ein KI-Assistent die Arbeit übernehmen, die sonst ein Content-Management-System macht? Statt eines CMS liegt der Inhalt in einfachen Dateien, und ich bitte den Assistenten in Klartext, die Seiten direkt anzulegen, zu bearbeiten und zu veröffentlichen.
Diese Seite selbst ist der Beweis. Sie wurde durch Bitten geschrieben, gestaltet und veröffentlicht — kein CMS-Backend, kein Dashboard, kein Klicken durch Menüs. Der Bericht unten ist also keine Prognose, sondern die Beschreibung, wie die Seite, die du gerade liest, tatsächlich betrieben wird.
Der Aufbau
Der ganze Stack läuft auf Google Cloud
Jeder technische Teil der Seite — Hosting, Domain, Datenbank, Deployment — läuft auf Google Cloud. Ich habe dem Assistenten beigebracht, die Plattform selbst zu bedienen: eine geschriebene Skill, mit der er die Cloud-Module, -Werkzeuge und -Funktionen nutzt, die es braucht, damit die Seite wirklich läuft — vom Server, auf dem sie liegt, bis zu den Integrationen drumherum.
Design zuerst, in Figma
Was alles verändert hat: Ich sage nicht „bau mir eine Website“. Ich gestalte die UI zuerst in Figma und gebe sie dann als Referenz mit. Mit einer Vorlage zum Abgleichen bleiben Farben, Typografie und Layout an der Marke, statt abzudriften. Erst Design, dann daraus bauen — in dieser Reihenfolge, jedes Mal.
Bestehender Code ist willkommen
Es funktioniert auch gut auf einer Seite, die es schon gibt. Für ein Projekt habe ich den Code aus Webflow exportiert und den Assistenten gebeten, diese Codebasis zu übernehmen und von dort zu verwalten. Er braucht kein leeres Blatt; er kann das Bestehende übernehmen.
Was funktioniert
Struktur ist der Hebel
Je besser die Seite vorab strukturiert ist — klare, benannte Sektionen, ein Layout, das trägt —, desto besser versteht der Assistent, was ich will. Steht dieses Gerüst, reicht eine so kleine Bitte wie „füge einen Blogartikel mit diesem Inhalt hinzu“: Er weiß, wohin er gehört, baut ihn und deployt ihn.
Eine Staging-Umgebung, nicht die Live-Seite
Änderungen landen zuerst auf einer Staging-Kopie, werden angesehen und erst dann auf die echte Seite übernommen. Dieselbe Disziplin, die ein sorgfältiges Team hält — nur durch Klartext-Bitten getrieben statt durch einen Release-Manager.
Wo es bricht
Undefiniert = Abdrift
Der ehrliche Nachteil: Wenn etwas nicht klar vordefiniert ist, erfindet der Assistent es — und eine erfundene Sektion landet meist knapp neben der Marke. Er füllt die Lücke, aber nicht immer passend. Der Fehler ist real, und es ist an mir, ihn zu verhindern, nicht am Werkzeug, ihn zu erraten.
Die Regel, die es löst
Deshalb ist der Prozess nicht optional: die Sektion zuerst in Figma gestalten, sie genau so aussehen lassen, wie sie soll, und erst dann daraus bauen. Lässt du diesen Schritt weg, bekommst du etwas Plausibles, aber Off-Brand. Hältst du dich daran, verschwindet die Abdrift. Die Lehre des ganzen Experiments ist dieser eine Satz.
Warum es zählt
Mit etwas technischem Grundwissen brauchst du die Zwischenschicht nicht mehr
Du brauchst keinen Website-Baukasten und kein Hosting-Panel, um deine eigene Seite zu betreiben. Mit etwas technischem Fuß fasst du sie in natürlicher Sprache — auch auf Deutsch. „Füg das hinzu, ändere jenes, veröffentliche“ ist das ganze Interface.
Wenn du delegierst, ändert sich, wofür du bezahlst
Und wenn du es lieber nicht selbst machst und an eine Agentur gibst: Eine Agentur, die noch von Hand arbeitet, kostet dich deutlich mehr — weil sie manuell tut, was eine Bitte in Minuten erledigt. Das bessere Modell ist eines, in dem du schickst, was du willst — auch als WhatsApp-Sprachnachricht —, und die einzige echte Aufgabe der Agentur ist, sicherzustellen, dass die KI richtig eingesetzt wird. Dahin geht die Reise.